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Vergaberecht erklärt

Die UVgO

Die UVgO regelt die Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen unterhalb der EU-Schwellenwerte. Sie hat die alte VOL/A abgelöst. Wichtig für Bieter ist ein Detail, das viele übersehen: sie gilt nicht automatisch überall.

Stand 2026-09-07

Entscheidungsbaum: geschätzter Auftragswert bestimmt das anwendbare Recht Geschätzter Auftragswert netto, gesamte Laufzeit unter Schwellenwert ab Schwellenwert Nationales Recht UVgO für Liefer- und Dienstleistung VOB/A Abschnitt 1 für Bau EU-Vergaberecht GWB, VgV, SektVO VOB/A Abschnitt 2 Bekanntmachung auf Landes- und Kommunalplattformen kein Weg zur Vergabekammer Bekanntmachung europaweit auf TED Nachprüfung vor der Vergabekammer
Der geschätzte Auftragswert entscheidet, welches Regelwerk gilt, wo bekannt gemacht wird und ob es einen Rechtsweg gibt.

Was die UVgO ist

Die Unterschwellenvergabeordnung ist keine Rechtsverordnung mit unmittelbarer Geltung, sondern eine Verfahrensordnung, die erst durch haushaltsrechtliche Anwendungsbefehle verbindlich wird. Der Bund hat sie eingeführt, die Länder einzeln und zu unterschiedlichen Zeitpunkten, teils mit eigenen Abweichungen.

Praktisch heisst das: welche Regeln für einen Auftrag unterhalb der Schwellenwerte gelten, hängt davon ab, wer der Auftraggeber ist und in welchem Land er sitzt. Für Bauleistungen gilt sie ohnehin nicht, dort bleibt es bei der VOB/A Abschnitt 1.

Die Verfahrensarten der UVgO

Was das für Ihre Recherche bedeutet

Die UVgO kennt keine Pflicht zur Bekanntmachung auf einem zentralen Portal in der Weise, wie EU-Vergaben auf TED erscheinen müssen. Nationale Aufträge verteilen sich über eine grosse Zahl von Landes- und Kommunalplattformen. Wer nur eine Plattform beobachtet, sieht einen Ausschnitt.

Deshalb ist die Kombination aus mehreren Quellen und einer Eintragung bei den Vergabestellen der Region wirksamer als die Beobachtung eines einzelnen Portals.

Wie gross der nationale Teil ist

Von 3972 offenen Verfahren im Index sind 964 nationale Bekanntmachungen unterhalb der EU-Schwellenwerte, also 24,3 Prozent. Diese Verfahren erscheinen nicht im EU-Amtsblatt.

Diese Zahl unterschätzt den nationalen Markt noch deutlich, weil unterhalb der Schwellenwerte keine Pflicht zur zentralen Veröffentlichung besteht. Was hier gezählt wird, ist der Teil, der auf der Bundesplattform landet. Der Rest verteilt sich über Landes- und Kommunalportale, und beschränkte Vergaben ohne Teilnahmewettbewerb erscheinen überhaupt nirgends.

Gezählt über 3972 offene Bekanntmachungen im Index, Stand 2026-09-07. Der Bestand wird jede Nacht neu aufgebaut, die Zahlen ändern sich also täglich.

Häufige Fragen

Gilt die UVgO in meinem Bundesland?

Das entscheidet das jeweilige Landeshaushaltsrecht. Die meisten Länder haben sie eingeführt, einige mit Abweichungen bei den Wertgrenzen, einzelne arbeiten weiter mit eigenen Regelungen. Massgeblich ist der Vergabeerlass des Landes der Vergabestelle.

Gilt die UVgO auch für Bauleistungen?

Nein. Für Bauleistungen unterhalb der Schwellenwerte gilt die VOB/A Abschnitt 1.

Was ist der Unterschied zwischen Verhandlungsvergabe und freihändiger Vergabe?

Inhaltlich sind sie sehr ähnlich. Verhandlungsvergabe ist der Begriff der UVgO für Liefer- und Dienstleistungen, freihändige Vergabe der Begriff der VOB/A für Bauleistungen.

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